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1940er-1960er: Die Schallplatte wird zum Massenmedium

Ende der 1880er Jahre präsentierte Emil Berliner das erste Grammophon.

Als Emil Berliner am 26. November 1889 das erste Grammophon präsentierte, ebnete er den Weg der technischen Reproduzierbarkeit von Musik. Um die rasche Entwicklung der Musikindustrie Mitte des 20. Jahrhunderts nachzuvollziehen, soll die Situation in der NS-Zeit nicht außen vorgelassen werden. 

Durch den Zweiten Weltkrieg und die Verfolgung durch das NS-Regime, war die Situation für viele Künstler*innen prekär. Einige Komponist*innen wie Mendelssohn wurden durch das NS-Regime verpönt und verließen aus Angst und Verfolgung das Land. Auch Unterhaltungskünstler*innen wie Mitglieder der Comedian Harmonists müssen aufgrund ihrer jüdischen Herkunft aus Deutschland fliehen. Die deutsche Plattenindustrie bleibt unter dem NS-Regime privat und wird nicht verstaatlicht. Allerdings findet zunehmend eine Gleichschaltung statt: jüdische Mitarbeitende werden Anfang der 30er Jahre zwangsentlassen, die Produktion „unerwünschter“ Musik wird eingestellt. In den 40er Jahren entwickelt sich auch in der Musikszene heimlich eine Widerstandsbewegung. Der Schwarzhandel verbotener Schallplatten, vor allem von Jazz, stieg an. Als sich die Kriegssituation für Deutschland ab 1943 verschärft, stellen einige Schallplattenunternehmen ihre Produktion ein, beziehungsweise schränkten sie stark ein. Unmittelbar nach Kriegsende verboten die Besatzungsmächte in Deutschland den Verkauf von Schallplatten an die Bevölkerung. Ab 1947 erhalten die Firmen wieder die Lizenz neue zu produzieren.  

Die Vinyl-Ära in der Nachkriegszeit legte den Grundstein für die Massenvermarktung von Musik bis heute. Von der Nutzung elitärer Kreise des Grammophons, fand die Schallplatte vermehrt den Weg in die privaten Haushalte der breiten Bevölkerung. Die neuen Möglichkeiten der Musiknutzung veränderte in der Nachkriegszeit die Gesellschaft. Mit dem Diplomat 120 (A) produzierte die Kölner Firma Wiegandt 1954 die erste Jukebox für Vinylschallplatten in Deutschland. Rock’n Roll, Jazz, Beat und Pop: Jugendliche begeisterten sich vermehrt für die neue Musik und Technik, die sie nun in Gaststätten und Tanzlokalen hörten. Mit der neuen Zugänglichkeit von Musik entwickelten sich die ersten Jugendsubkulturen, die Musik als Teil ihrer Identität verkörpern und neuen Optimismus in die Nachkriegsjahre bringen. Doch bleiben Schallplatten den Wohlhabenden vorbehalten. Bis Mitte der Sechziger können sich Jugendliche meist nur Singles leisten. Dennoch besitzen bereits um 1966 stolze 88 Prozent der Jugendlichen einen Plattenspieler von Marken wie Dual, Grundig oder SABA. Der PE 33 Studio von Perpetuum-Ebner war einer der neuen Spitzengeräte aus dem Jahr 1963. Die Firma aus dem Schwarzwald war mit ihrer Gründung 1911 eine der ersten Phonounternehmen weltweit, bis sie 1971 von Dual übernommen wurde.

Der PE 33 Studio von Perpertuum Ebner war ab 1963 ein hochwertiger Plattenspieler der Schwarzwälder Firma.

Nicht nur gesellschaftlich verändert Musik die Nachkriegsgeneration, auch die Technik hinter den Tonträgern entwickelte sich stetig weiter. 1957 brachte Sidney Frey, Chef des Labels Audio Fidelity Records, die erste Stereo-Schallplatte auf den Markt. Ein Jahr später löste die Platte aus Vinyl die Schellackplatte gänzlich ab. Das neue Material kann in der Produktion deutlich feinere Rillen pressen, wodurch mehr und längere Musikstücke pro Platte erreicht werden konnten. Durch neue Produktionstechniken und Materialien werden die Tonträger günstiger und damit zugänglicher. Die Entwicklung des neuen Fankults um Bands wie die Beatles oder Rolling Stones, erleichtert den Verkauf und die Vermarktung der Vinylscheibe.  

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