
Das Tonbandgerät markiert einen wichtigen Zwischenschritt in der Geschichte analoger Musikmedien. Zwar existierten Tonbandgeräte bereits seit den 1930er Jahren, ihre größere Bedeutung entfalteten sie jedoch erst in den folgenden Jahrzehnten, vor allem im Rundfunk, in Studios und später auch in ambitionierten privaten Nutzungskontexten. Während die Schallplatte Musik vor allem als fertigen, industriell produzierten Tonträger verbreitete, machte das Magnetband Musik auf neue Weise bearbeitbar. Aufnahmen konnten nicht nur abgespielt, sondern auch überspielt, geschnitten, archiviert und neu zusammengesetzt werden. Damit veränderte sich der Umgang mit Musik grundlegend: Musik erschien nicht mehr nur als abgeschlossenes Produkt, sondern als Material, das technisch weiterverarbeitet werden konnte.




Besonders sichtbar wird diese Materialität am offenen Band selbst. Die Spulen, das Einfädeln des Bandes, die Laufbewegung und die Pegelanzeigen machen den Aufnahmeprozess körperlich und technisch nachvollziehbar. Professionelle Maschinen wie die Studer A80 stehen dabei für Studio, Rundfunk und Mastering, während tragbare Geräte wie die UHER-Report-Modelle auf mobile Aufnahmepraktiken verweisen. Zwischen professioneller Produktion und privater Nutzung entsteht so ein Bereich, in dem Musik nicht nur konsumiert, sondern aktiv aufgezeichnet und gestaltet wird.
Zugleich bereitet das Tonbandgerät die spätere Kassette vor. Viele Praktiken, die mit der Kassette populär wurden, etwa das Aufnehmen, Überspielen und Zusammenstellen eigener Musik, sind im Tonband bereits angelegt. Die Kassette machte diese Möglichkeiten später kleiner, günstiger und alltagstauglicher.
